Hubert Scheibl - My Echoes, my Shadows and Me

12.09.2019 - 31.10.2019

Bilder der Ausstellung


Beschreibung

Die GALERIE JAHN PFEFFERLE freut sich mit der Einzelausstellung von Hubert Scheibl die Galerie zu eröffnen und mit Ihm eine neue Position im Galerieprogramm zu präsentieren.

Die Ausstellung My Echoes, my Shadows and Me der Galerie Jahn Pfefferle gibt einen eindrucksvollen Einblick über Hubert Scheibls bildnerisches Schaffen der letzten Jahre.
Scheibls Werke lassen sich als ausdrucksstarke gestische Abstraktionen begreifen, als imaginierte Farbbildräume, die unter dem spürbaren Einsatz des Körpers kraftvoll entfesselte Bewegungen und dynamische Prozesse in einander überlagernden und immer wieder durchscheinenden, simultan verwobenen Farbschichten vorstellen. Sie evozieren das zum augenblicklichen Stillstand der Bildfindung gekommene Ergebnis kontinuierlich vollzogener Umwälzungen im Zuge eines auf Erneuerung und Veränderung angelegten Bildaufbaus, in dem die Prinzipien des Ersetzens und Ergänzens wie auch der kalkulierte Zufall im Schaffensprozess gleichermaßen zur kompositorischen Strategie erklärt werden. Als ein auf dem statischen Bildträger festgehaltener intuitiver Ausdruck eines permanenten Wandels und Ringens mit Farbe und Form sind sie visuelles Sinnbild der (Selbst-)Entfaltung und gleichzeitig der Unbeständigkeit allen Seins. Seine Werke gleichen einer zur ausgewogenen Komposition erstarrten Unruhe, und lassen sich so als ein malerisches Echo auf die Natur mit ihren unbändigen Urkräften verstehen, als künstlerischer Ausdruck der zwischen Werden und Vergehen, Expansion und Widerstand angesiedelten Triebkräfte der Erde.  

Hubert Scheibl, 1952 in Gmunden geboren, studierte bei Max Weiler und Arnulf Rainer in Wien. In den 1980er-Jahren gehörte er der österreichischen Künstlergruppe der „Neuen Wilden“ an, deren großformatige Bilder sich durch eine individuell gestische und trotzig-abstrakte Malweise in überschwänglicher Farbigkeit auszeichnen. Scheibl zeigte schon ab Mitte der 80er-Jahre Tendenzen zur monochromen Malerei und hob sich damit von den anderen Vertretern der „Neuen Wilden“ ab. Scheibl nahm in den 1980er-Jahren an der Biennale in Venedig und in São Paulo teil. Anschließend folgten zahlreiche Ausstellungen in namhaften öffentlichen und privaten Institutionen (Wien, Salzburg, Köln, Düsseldorf, Amsterdam, Modena, Luxemburg, Paris, New York) und ebneten seinen Weg zu einem der wichtigsten österreichischen Künstler seiner Generation. Hubert Scheibl lebte einige Jahre in New York, was sein Arbeiten und Denken bis heute hin beeinflusst. Insbesondere amerikanische Schriftsteller und Regisseure beeinflussen seine Werke - viele seiner Bildtitel greifen Dialoge aus diesen amerikanischen Film-Meisterwerken auf.

Dr. Veit Ziegelmaier